Situation im Südsudan

Gossau, im Mai 2020
Jahresbericht 2019
Die Arbeit von Together hatte im Berichtsjahr 2019 den Fokus auf den Betrieb und Ausbau
der Schulen im Flüchtlingslager der Südsudanesen in Palabek, Uganda, der
Arrondierung des neuen Grundstückes unserer Partnerorganisation TEP in Lokung, ganz
im Norden von Uganda und in der organisatorischen Stärkung unserer Partnerorganisation
TEP.
Situation im Südsudan
Die politische Situation im Südsudan hat sich erfreulicherweise leicht verbessert. Die
offenen Kämpfe zwischen den rivalisierenden Stämmen der Dinka mit dem aktuellen
Regierungspräsidenten Salva Kiir und der Nuer mit dem Oppositionsführer Riek Machar
haben offiziell aufgehört. Riek Machar ist nun, nach einigem Hin und her wieder Vizepräsident
in der Regierung. Seine Frau wurde als Verteidigungsministerin eingesetzt! Der
Frieden ist aber noch sehr unsicher und brüchig. Kleinste Meinungsverschiedenheiten
oder Benachteiligungen der rivalisierenden Parteien können sofort wieder zu Eruptionen
der Gewalt führen. Die 2017 nach schweren Unruhen und militärischen Übergriffen nach
Uganda geflüchteten Acholi, trauen der Sache noch nicht und verbleiben zurzeit in sehr
grosser Anzahl in den Flüchtlingslagern in Norduganda. Dies bedeutet für uns und unsere
Partnerorganisation TEP, dass wir nach wie vor unseren Fokus auf die Schule im Flüchtlingslager
Palabek ausrichten.

Primarschule in Palabek

Schülerinnen und Schüler der Schule im Refugee Settlement Camp

Der Schulbetrieb: Im Palabek Refugee Settlement Camp konnte die Atepi Primary
School mit ca. 500 Kindern in der Grundschule (G1-G3) und der Primarschule (P1-P7)
über das ganze Schuljahr von Februar – November 2019 erfolgreich betrieben werden.
Together unterstützte mit Finanzen für Lehrer- und Mitarbeitersaläre, für Schulmaterialien,
für die täglichen warmen Mahlzeiten für alle und verschiedenen weitere Projekte.
together

Erste Primar-Abschlussprüfung als Höhepunkt:
Intensive Vorbereitungen: Zum ersten Mal gab es im Schuljahr 2019 auf Primarschullevel
mit der 7. Klasse eine Abschlussklasse die sich fleissig auf die landesweite Primarschul-
Abschlussprüfung vorbereitete. Zuletzt kam dann noch etwas Nervosität auf, als
wenige Wochen vor der Prüfung der Mathematiklehrer von einer besser zahlenden Schule
abgeworben wurde. Im November 2019 ging die Prüfung dann wie geplant über die
Bühne. Jetzt begann das grosse Warten auf die Resultate, die erst im Januar 2020 veröffentlicht
werden sollten. Dann würden die Resultate schwarz auf weiss zeigen, wo unsere
Schule im landesweiten und regionalen Vergleich steht.
Rahmenbedingungen: Zum Bestehen der Abschlussprüfungen muss ein Level zwischen
1 bis maximal 4 erreicht werden. Wer dies nicht erreicht, kann nicht an eine weiterführende
Sekundarschule gehen. Wer den Level 1 oder 2 schafft, dem stehen die richtig
guten Schulen offen. Den obersten Level 1 zu erreichen, konnte unter den gegebenen
Bedingungen in einem Flüchtlingscamp nicht erwartet werden. Die zwei wichtigen Fragen
waren daher: Wie viele würden bei der Prüfung durchfallen, wer würde den Level 2 schaffen
und sich so sehr gute Optionen für die Zukunft schaffen?
Erfreuliche Resultate: Die Resultate im Januar 2020 brachten dann eine positive
Überraschung:
Alle 24 Schüler haben die Prüfung bestanden! Gratulation!
Wie schon erwartet hat keine Schülerin, kein Schüler die höchste Auszeichnung Level 1
erreicht. 19 Schüler/innen haben aber die zweithöchste Auszeichnung mit Level 2 erhalten.
Das sind 80% der Atepi-Prüflinge! Super! Drei Schüler/innen erreichen den Level
3 und zwei Schüler/innen den Level 4. Gut gemacht!
Im nationalen Vergleich: Mit diesem Resultat bewegte sich die Atepi Primary School
in zwei Bereichen deutlich über dem regionalen, aber auch nationalen Schnitt: Alle
Schüler haben bestanden und ganze 80% schlossen in der oberen Tabellenhälfte ab.
Dieses Resultat zeigt, dass nicht Einzelne auf Kosten von anderen gefördert, sondern eine
grosse Mehrheit der Schülerinnen und Schüler auf ein gutes Niveau gebracht werden
konnten. Kompliment! Klar bleiben die Herausforderung und der Ehrgeiz, dass Einige bald
auch den Level 1 erreichen.
Positive Auswirkungen: Die guten Resultate der Atepi Primary School sprach sich in
Windeseile herum und viele Eltern im Flüchtlingslager wollen nun ihre Kinder auch in
dieser Schule unterrichten lassen. Um dem Bedürfnis zu entsprechen und weiteren Kindern
eine Schulbildung zu ermöglichen, wurden auf einfachste Weise sieben neue Klassenzimmer
aufgebaut (siehe unten). Somit konnten für das neue Schuljahr 2020 über
750 Schüler aufgenommen werden, 350 mehr als bisher!

Schulleiter Refugee Settlement Camp Jackson Olega mit seiner Frau Joice

Weitere Infos über unsere Arbeit in Uganda und Sudan lesen Sie hier:

Jahresrückblick 2019

Disziplin

Sport und Spiel